Austausch & Debatte
Weltladen-Dachverband/Luleyfoto
Im Programm der Weltladen-Fachtage 2026 haben wir mehrere offene Diskussionsrunden vorgesehen. "Offen" bezieht sich dabei sowohl auf die Diskussion als auch die Teilnahme. Ihr könnt ohne jede Voranmeldung an diesen Angeboten teilnehmen und mitdiskutieren.
Wir starten am Freitag um 14 Uhr mit der offiziellen Eröffnung der Weltladen-Fachtage. Anschließen diskutieren wir mit internationalen Gästen zum Thema "Young Women’s Voices – Young Women in Fair Trade Leadership". Bitte beachtet, dass dieses Forum ausschließlich in englischer Sprache stattfinden wird, ohne Übersetzung.
Samstagvormittag möchten wir mit euch über "Perspektiven von Weltläden im ländlichen Raum" diskutieren. Den Abschluss bildet Samstagnachmittag das Forum "Jutetasche forever? – Wie holen wir die Marke Weltladen in dieses Jahrtausend?", das uns sicher viel Stoff zum Nachdenken für die Heimreise und die weitere Arbeit liefern wird.
Alle Diskussionsforen finden statt im Bad Hersfeld Loft im 2. Stock des Museum wortreich. Nur das Vorprogramm am Donnerstagabend findet ihr in der Jugendherberge (siehe unten).
Freitag, 12. Juni 2026
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Generational shift in Germany’s fair-trade movement remains a major challenge—especially concerning leadership roles in world shops and fair-trade companies. Although largely shaped by women at the grassroots level, the movement’s leadership bodies are still often dominated by men. Interestingly, many of our trading partners are ahead of us in this regard: their leadership teams are often younger and include more women than those of fair-trade organisations in Germany.
In this forum, we want to explore how our partners have achieved this. We will hear about the challenges (young) women face in leadership positions and discuss the opportunities that arise when younger women gain more influence and decision-making power. What can we in Germany learn from the experiences of young female managers at our trading partners and which barriers do we need to remove? And what do young female leaders expect from German fair-trade organisations?
Participants in the discussion: Franca Tabi-Manu (Productmanager & Member Leadership Team Global Mamas/Ghana), Srishti Bajracharya (Head of Marketing ACP/Nepal), Jette Ladiges (CEO El Puente/Germany). Moderation: Annalena Kolloch (Weltladen-Dachverband)
Please note that the forum will take place entirely in English. There will be no translation!
Samstag, 13. Juni 2026
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Weltläden gibt es fast überall. Das ist eine unserer Stärken, so erreichen wir Menschen auch fernab von Metropolen und Universitätsstädten. Weltläden sind – neben den Kirchen – diejenigen, die auf dem Land die Fahne für Globale Gerechtigkeit hochhalten. So sind wir für entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisationen ein attraktiver Partner für Kampagnen. Aber stimmt das noch so? Gerade kleinere Fair-Handels-Gruppen im ländlichen Raum tun sich schwer mit dem Generationenwechsel. Vor allem dann, wenn die Jungen nur wegziehen, aber niemand neu dazu kommt. Progressive Themen hatten es auf dem Land schon immer schwerer als in der Stadt, das scheint sich eher verstärkt zu haben. Wie steht es um die Perspektiven von Weltläden im ländlichen Raum? Was zeichnet erfolgreiche Weltläden jenseits großer Städte aus? Wie definieren wir den Erfolg – ökonomisch, personell, inhaltlich? Wer sind die Verbündeten für weltoffene Dörfer und Kleinstädte? Darüber wollen wir mit euch diskutieren!
Moderation: Laura Göpfert (Neubrandenburger Institut für Kooperative Regionalentwicklung, ehem. Fair-Handels-Beratung Nord)
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Viele Weltladen-Engagierte fremdeln mit der Idee oder dem Anspruch einer „Marke Weltladen“. Im Prinzip versuchen wir innerhalb der Bewegung seit gut 30 Jahren, einen gemeinsamen Auftritt und ein modernes Bild in der Öffentlichkeit zu etablieren – mit sehr gemischtem Erfolg. Trotz dieser Schwierigkeiten sind Weltläden nicht unbekannt. Spätestens mit dem Zusatz „Eine Welt“ oder gar „Dritte Welt“ haben viele Menschen sehr wohl ein Bild vor Augen. Noch zu oft spielen schlechter Kaffee, Strickpullover, Spenden und ein leichter Geruch nach staubiger Jute eine prominente Rolle dabei. Die „Marke Weltladen“ existiert und sie ist in den frühen 1980ern hängen geblieben – allen Bemühungen zum Trotz. Besonders ärgerlich: andere Organisationen im Feld von Klimagerechtigkeit bis Postwachstum nehmen nicht wahr, dass Weltläden etwas zu aktuellen politischen Themen zu sagen haben und wichtige Verbündete sind.
Was müssen wir ändern, damit die Weltladen-Bewegung und der Faire Handel in Deutschland langfristig überleben? Ist es uns ernst damit, eine relevante Bewegung für globale Gerechtigkeit sein zu wollen? Wir haben gute Produkte und wir haben etwas zu sagen, aber wieso nimmt das kaum jemand wahr? Ist es nicht an der Zeit, endlich gemeinsam anders aufzutreten? Wie viel Eigenbrötelei und lokale Besonderheiten wollen wir uns weiterhin leisten? Wohin soll sich unsere Marke bewegen? Was muss aus Sicht von Weltläden, Lieferanten und Weltladen-Dachverband jetzt passieren, damit wir sowohl von Kund*innen als auch der politisch interessierten Öffentlichkeit als relevant wahrgenommen werden? Diskutiert mit uns darüber!
Es diskutieren mit euch im Fishbowl u.a. Stephanie Seeger (Weltladen-Dachverband), Nataliya Yarmolenko (WeltPartner)
Moderation: Birgit Lieber (Fair-Handels-Beraterin/DEAB e.V.)
Für alle, die früher anreisen, gibt es ein Vorprogramm am Donnerstagabend, 11. Juni 2026, 20 bis ca. 21:30 Uhr. Hier habt ihr die Möglichkeit, in der Jugendherberge an vorbereiteten Thementischen in den Austausch mit Vertreter*innen von Ausstellern der Fachmesse zu gehen. Wir haben das Format im letzten Jahr ausprobiert und bieten es nach viel positivem Feedback mit leicht abgewandeltem Konzept sehr gern erneut an.